Untersuchung

Erwerbslose besonders stark armutsgefährdet

 Erwerbslose besonders stark armutsgefährdet


Nach einer Untersuchung des statistischen Bundesamtes sind Erwerbslose die Gruppe, die am starksten armutsgefährdet ist. Waren es im Durchschnitt im Jahr 2009 15,6 % der Gesamtbevölkerung, so sind es unter der Gruppe der Erwerbslosen über 70 % (70,3 %).
 

6,3 Millionen beziehen Grundsicherungsleistungen

Fast 6,3 Millionen beziehen Grundsicherungsleistungen
Hohe Dunkelziffer

Wenn man die - statistisch geschönten - Erwerbslosenzahlen und die Kommentare mancher Politiker hört oder liest, könnte mensch den falschen Eindruck gewinnen, das Problem der Erwerbslosigkeit bzw. wachsender Armut wäre nur noch ein Randproblem und könnte sich bald fast völlig in Wohlgefallen auflösen. Aber mitnichten.

Erwerbslose sind mehr als doppelt so oft krank als Erwerbstätige

Erwerbslosigkeit macht krank! Dies ist keine neue Erkenntnis für Betroffene. In einer Studie die vom DGB in Auftrag gegeben wurde, wurde dies nun mit wissenschaftlichen Fakten untermauert. Hier die harten Fakten:
  • Im Vergleich zu Beschäftigten treten bei Arbeitslosengeld (ALG)-I-Empfängern mit fast 26 Krankheitstagen inzwischen mehr als doppelt so viele Arbeitsunfähigkeitstage (AU-Tage) auf. Arbeitslose weisen demnach den mit Abstand höchsten Krankenstand aller Versichertenauf. Da anzunehmen ist, dass Erwerbslose bei kürzeren Erkrankungen zumeist auf eine Krankmeldung verzichten, werden die Fallzahlen bei der Arbeitsunfähigkeit sogar eher unterzeichnet.
  • Ein weiterer Indikator für eine besondere und sich weiter verstärkende Morbiditätsbelastung bei Arbeitslosen sind aus Sicht der Krankenkassen die extrem langen Krankheitsdauern. Analysiert man die Krankheitsursachen so gehen fast die Hälfte der AU-Tage von ALG-I-Empfängern auf Erkrankungen des Muskel- und Skelettsystems sowie auf psychische Störungen zurück. Aufgrund von Krebserkrankungen waren ALG I-Empfänger mehr als doppelt so lang wie pflichtversicherte Beschäftigte und über dreimal so lang wie freiwillig versicherte Beschäftigte arbeitsunfähig. Ähnliche Tendenzen zeigen sich auch bei den durch Herz- und Kreislauferkrankungen oder Erkrankungen des Nervensystems verursachten Ausfallzeiten.

Jeder 5. Arbeitnehmer bezieht Armutslohn - 2,1 Millionen verdienen weniger als 6 Euro

Das Institut Arbeit und Qualifikation IAQ der Universität Duisburg-Essen hat einen Report zur Niedriglohnbeschäftigung 2008 herausgegeben. Demnach hat jeder fünfte Beschäftigte einen Lohn unterhalb der Niedriglohngrenze. Obwohl der Anteil aller Beschäftigten im Niedriglohnbereich seit 2006 gleich geblieben ist, ist die Zahl an Beschäftigten im Niedriglohnbereich gestiegen. Das liegt daran, dass die Zahl der Beschäftigten insgesamt gestiegen ist.

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